Copyright © 2005 by Stewart Bryant / Martin-R. Galle
Omaha
Beach
Sofort nach Beendigung der Kampfhandlungen und die Sicherung des
gewonnenen Geländes begann die grauenvolle Aufgabe die Toten beider Seiten zu
bergen und zu begraben.
Am Omaha Beach
wurde ein erster Friedhof hinter dem Strand zwischen St. Laurent und
Vierville angelegt. Dieser vorläufige Friedhof wurde dann später als der
erste amerikanische Friedhof bekannt ('First' American Cemetery)

Amerikaniche Gefallene, vor der Beerdigung.
Ort: {'First' American Cemetery.}

Hier wurden die ersten Amerikaner beerdigt. Es wird angenommen, daß auch
Deutsche Gefallene von den Widerstandsnestern hier beerdigt wurden.

Amerikaner halten eine Gedenkfeier am Omaha Beach.
Diese Friedhof blieb bis zum Ende der Kampfhandlungen 1945 und danach
bestehen.
Später wurden die Überreste der Gefallenen US Soldaten auf den zweiten
vorläufigen Friedhof bei Colleville umgebettet. diese Gräberstätte ist heute
noch der amerikanische Heldenfriedhof Colleville/St. Laurent
Der
Friedhof von la Cambe
Nachdem die Kampfhandlungen weiter in die normannischen Felder getragen
wurde, entstand ein weiterer Friedhof für die gefallenen GI's in der Gegend um
La Cambe, einem kleinen Dörfche westlich von
Formigny, an der N 13 gelegen.
Hauptsächlich Soldaten der amerikanischen 29th Division wurden hier beerdigt.
die amerikanische "Graves registration" war für die ordentliche Bestattung zuständig, die Arbeiten wurden von deutschen Kriegsgefangenen durchgeführt.
Deutsche Kriegsgefangene erreichten die rückwärtigen Lager
nun täglich in immer größeren Zahlen.

Deutsche "POW" beim Schaufeln der Gräber in La Cambe.
die Gräber wurden zuerst durch Holzpfähle markiert, an die ein Teil der Hundemarke genagelt wurde.
An anderen Stätten wurden die deutschen Landser und ihre Kameraden in
zahllosen, improvisierten, kleinen Gräbern am Straßenrand beerdigt.

Typisches kleines Gräberensemble in der normannischen Landschaft
PHOTO-courtesy S. Bryant
Die
"Neuen Friedhöfe"
Nach dem Ende des Krieges wurde beschlossen, daß ein endgültiger Ruheplatz
fur die gefallenen Soldaten gefunden werden mußte um die Vielzahl der
Friedhöfe zu minimieren und um Gedenkstätten zu schaffen.
Es wurde beschlossen die Gefallenen US Soldaten an einem Platz zusammenzulegen und es wurde das Gelände oberhalb des Easy Red Sector bei Colleville dazu bestimmt.
Hierdurch
wurden die vielen Einzelgrabstätten in der Gegend um Omaha Beach beseitigt und
ein erstes großes Gräberfeld entstand.

Mit dem Entstehen des US Friedhofes hatten die amerikanische "Graves Registation"
und die deutschen Kriegsgefangenen die undankbare Aufgabe die Gefallenen zu
exhumieren und diese umzubetten.

Französische Zivilisten schmücken die Gräber von gefallenen US Soldaten
mit Blumen. Es ist unklar ob dieses Bild in La Cambe oder am Omaha Beach
entstand.
Der neue amerikanische Friedhof wurde zwischen 1954 und 1956 errichtet.
Alle amerikanischen Gefallenen der Kämpfe in der Normandie wurden in diesem Friedhof beigesetzt. Der erste Friedhof am Strand wurde daraufhin geschlossen und die sterblichen Überreste der dort beerdigten Soldaten auf den neuen Friedhof überführt.
| Größe: | 172,5 Hektar |
| Gräber | 9.387 |
| Unbekannt Beerdigt | 307 |
| Medal of Honor | Theodore Roosevelt JR |
| Vermisste | Hinter dem Memorial finden sie eine Wand die die Namen der 1.557 Vermissten Soldaten verzeichnet |
| Besonderheiten | 1
Vater und sein Sohn sind Seite an Seite beerdigt
33 mal wurden Brüder hier beerdigt Neben dem Grab von Theodore Roosevelt finden Sie das Grab seines Bruders Quentin Roosevelt, der 1918 über den deutschen Linien bei Reims abgeschossen wurde und später in der Normandie neben seinem Bruder beerdigt wurde. |
| Zusätzliche Informationen |
405,399 Amerikaner starben im II Weltkrieg 78,976 gelten
als Vermisst
93,242
Familien
beschlossen die Angehörigen auf Friedhöfen des ABMC zu belassen 233,181 Amerikaner wurden zur Bestattung in die USA überführt |

Der "neue amerikanische Friedhof" wie er auch heute noch zu
besichtigen ist.
Der Friedhof ist auch das zentrale amerikanische Denkmal für die Kämpfe und Gefallenen am Omaha Beach und in der Normandie.
Wer den Film "Saving privat Ryan gesehen hat erinnert sich bestimmt an den Anfang und Schluß des Filmes, welcher auf diesem Friedhof gedreht wurde.
Allerdings werden sie unter den 9.387 Männern und Frauen Cpt. Miller vom 2nd Ranger Batallion nicht finden. Sein Grabstein wurde für diesen Film extra erstellt.
Die
Geschichte der Ryan Brüder wurde den Erlebnissen der Niland Brüder
nachgedreht.
Allmählicher
Aufbau
der Friedhöfe und Gestaltung
Der US Friedhof in la Cambe wurde nach dem Umbetten der GI's zur
Beerdingungsstätte für die deutsche Gefallenen.
Die Überreste der zahlreichen deutschen Gefallenen, die über die ganze Region Calvados verstreut waren wurden nun in La Cambe zusammengefasst. Dies geschah nach dem Jahr 1954 als zwischen Bundesrepublik und Frankreich ein Kriegsgräberabkommen geschlossen wurde.
Nach Umbettung weiterer deutscher Toter nach La Cambe wurde die Anlage zu einem endgültigen deutschen Soldatenfriedhof gestaltet.
Übersichtskarte des Volksbundes
20507 deutsche Gefallene fanden ihre letzte Ruhestätte hier.
Weitere deutsche Friedhöfe der Invasionskämpfe und der Schlacht um die Normandie im Westen Frankreichs:
Als mehr und mehr Gelder zur Verfügung standen, wurden auf allen Seiten - aus
Respekt vor den Toten - die Grabanlagen verschönert und in das Landschaftsbild
der Normandie eingepasst.
Gestaltung des US
Friedhofes
Der amerikanische Friedhof am Omaha Beach beeindruckt besonders durch die
endlos erscheinenden Reihen von Kreuzen und Davidsternen aus weißem Carrara
Marmor auf.
Das Gelände wurde den Vereinigten Staaten von Frankreich zur permanenten Verfügung gestellt und befindet sich unter der Verwaltung der US-Regierung.
Blick auf das Gräberfeld. PHOTO-S. Bryant
Der Deutsche Friedhof la Cambe
Bei
der Errichtung wurden die typischen normannischen Wälle mit Böschungen,
auch
Bockage genannt nachempfunden und als Einfassung der Gesamtanlage
beibehalten.
Nach der Erweiterung des Friedhofes war die Neuanlage einiger Wälle
erforderlich. Diese Aufgabe wurde durch ein internationales Jugendlager
im Jahre 1958 bewältigt.

Jugendlager. PHOTO-V.D.K.
Die
Gestaltung der Anlage ist einfach und übersichtlich.
Der Tumulus in der Mitte ist der zentrale Punkt der Gedenkstätte, der auch begangen werden kann.
Die Anordnung der Kreuze symbolisiert das Logo des Volksbundes.
Auf dem Friedhof finden sie auch das Grab des Panzerkommandanten Michael Wittmann und seiner Crew. Es ist erstaunlich woher die Blumen auf dem Grab der Panzerbesatzung kommen. Panzersoldaten aus der ganzen Welt scheinen dieses Grab als "Schrein" zu sehen.
Das Grab der Tigerbesatzung ist nach dem Betreten der Anlage auf der äußersten rechten Seite des Friedhofes, etwa auf halber Höhe zwischen Eingangsgebäude und dem Tumulus.
Einfach durch eine Betonplatte mit den Namenssteinen der gesamten Beatzung zu erkennen. Sonst liegen die Namenssteine für jeweils 2 deutsche Soldaten halb versenkt im Rasen.
Man
könnte versucht sein in den Kreuzen eine Reminiszenz an die Frühzeit der
Christenheit zu sehen, allerdings überlasse ich dies dem Betrachter.
PHOTO- S. Bryant
Der Britische Soldatenfriedhof in Bayeux
Größter Britischer Friedhof des zweiten Weltkrieges in Frankreich
3 935 Briten
17
Australier
8 New Zealanders
1 South-African
25 Poles
3 French
2 Czechs
2 Italians
7
Russians,
466
deutsche und ein Unbekannter
Am
Denkmal gegenüber der Strasse sind die Namen von of
2.808 Vermissten Soldaten vermerkt 1.537
British, 270 Canadian, 1 South-African
Kurioses
Die große administrative Aufgabe die Gefallenen umzubetten und ordentlich
zu bestatten führte zu einigen kuriosen Zufällen.
Das Grab von Donald Myerly (110th Field Artillery) vermerkt seinen Todestag
mit dem 24. Juni 1944.
Tatsächlich aber wurde Don mit 18 weiteren Kameraden an der Kreuzung in Vierville am 7. Juni 1944 getötet. Trotz der offiziellen Darstellung des Vorfalles (Artilleriebeschuß) und der Aussage des kommandierenden Offiziers von Don findet man auf dem Grabstein von Donald immer noch den 24. Juni als Todestag.
Eines Tages besuchte ein amerikanischer Fallschirmjäger den US Friedhof und
fand zu seiner Überraschung sein eigenes Grab! Er überprüfte die
Registrierungsnummer des Soldaten und es war seine eigene.
Als er in den Wirren der Invasion gefangen genommen wurde, nahm man ihm seine Uniform und seine Erkennungsmarke ab um dieses "Outfit" zum infiltieren der US-Linien zu benützen. Offensichtlich wurde dieser Soldat bei seinem Versuch "ein Amerikaner zu sein" von selbigen erschossen. Wer weis schon wie viele weitere Deutsche auf diesem Friedhof noch liegen.
"Les
Fleurs de la Mémoire"
Die
Gesellschaft der Blumen der Erinnerung wurde durch Franzosen und
Amerikaner gegründet, um der Befreiung Frankreichs und den Gefallenen zu
gedenken.
Frank Towers,
ein Weltkriegsveteran der
American 30th Infantry Division ist momentan der vorsitzende der
Gesellschaft.
Die selbst gestellte Aufgabe der Gesellschaft ist sich um Gräber von
Soldaten zu kümmern die keine Familienangehörigen mehr haben und diese mit
Blumen zu schmücken.
Französische Familien adoptieren ein Grab und ehrenden Gefallenen mit Blumen zu bestimmten Anlässen. Einmal im Jahr wird hierzu eine Gedenkveranstaltung durch die Organisation gehalten.
Eine sicherlich gute Idee für deutsche Soldatenfriedhöfe!

Oben:
Blumen werden von Mitgliedern der "Les
Fleurs de la Mémoire" am 6. Juni an die Gräber gebracht
PHOTO- S. Bryant June 2002
Für weitere Informationen besuchen Sie die Web-Seite der Organisation:
Heute erinnern beide Friedhöfe La Cambe und Colleville an den Schrecken des
Krieges und den Beginn der Befreiung Europas von der Tyrannei durch die Nazis.
Jedes Grab ist ein Mahnmal für ein Leben und eine Zukunft die ihr allzu frühes und grauenvolles Ende in den Wellen vor dem Strand oder auf der kühlen normannischen Erde fand.
Eine Britische Grabinschrift besagt:
"They sacrificed their futures so that we could have our future"
[Sie opferten Ihre Zukunft, um unserer Zukunft Willen"

Beatrice and Marc Elie, beobachtet von Tim Roop und Partic Elie
legen Blumen an einem Grab nieder, daß sie von den "Les Fleurs de la
Mémoire" adoptiert haben.
PHOTO-S.Bryant
Schlussbemerkung
Dies
ist vielleicht der beste Weg um den zukünftigen Generationen das Sterben und
das Elend des Krieges zu zeigen und es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Unsere
Gesellschaft in Deutschland entfernt sich zunehmend von den Friedhöfen.
Wenn nicht
unbedingt eine Beerdigung ansteht, dann geht man da nicht hin.
Vergessen und Vorbeischauen bringt allerdings nur eines ...
IMMER WIEDER NEUES LEID!
Martin-Robert Galle
2008
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