6. b. Infanterie Brigade Landau

 

 

18. bayerische Infanterie Regiment 

 

 

"Prinz Ludwig Ferdinand"

 

 

 

 

 

Das Regiment wird am 01.04.1881 von der neuen bayerischen Armee (gem. Reichsgesetzes v. 6.5.1880) aufgestellt.

Zwei Bataillone, eine Artillerieabteilung,

 

Hierzu gaben die damaligen 9 Regimenter des II b. A.K. und des I. b. A.K. je eine Kompanie ab, die sie selbst ersetzen mussten.

 

Als Standorte wurden für das Regiment Landau und nur für das II Bataillon Zweibrücken bestimmt. Weiterhin musste das Regiment für zwei aus rechtsrheinischen Regimentern abgezweigte Bataillone (II./6 und III./7) das 2. Jägerbataillon aus Zweibrücken nach „Bayern“ schicken.

 

Als die Bayern damals „Strafversetzt“ wurde befand sich Landau im Umbruch von der Festungsstadt in eine erweiterte Stadt. Viele der Bayern empfanden den 

Umzug auf die linksrheinische Seite eher als Zumutung.

Die Sonderbenennung des Regiments auf den Namen Prinz Ludwig Ferdinand wurde am 11. Mai 1883 vollzogen und am 01.04.1891 konnte die Truppe dann die neue Kaserne in der Weißenburger Straße beziehen. 1890 wurde sogar eine Offiziersspeiseanstalt in der Kaserne eröffnet.

Die Rekruten kamen anfangs aus Bayern allerdings später immer mehr aus der gesamten Pfalz.

 

Die Ausbildung der Truppe wurde auf dem 153ha großen Übungsplatz Ebenberg und dem Schießplatz Langenscheiderhof sichergestellt.

Die gute Ausbildung führte unter anderem auch zur 5maligen Verleihung des Königsabzeichens in 19 Jahren für eine hervorragend schießende Kompanie und im Kaisermanöver 1908 wurde das Regiment für einen schwierigen, anstrengenden aber schnell durchgeführten Sturm auf den Bisterberg in Lothringen ausgezeichnet.

 

Das Regiment errichtete weiterhin ein 4 Bataillon (02.10.1893) aus dem Zuwachs an Rekruten und Stammpersonal, das am 01.14.1897 in das neugegründete

b. Infanterieregiment 23 (ebenfalls Landau) übertrat. Weiterhin wurde auch die zuerst als Versuch geltende Maschinengewehr Kompanie (aufgest. 1909) am 01.10.1911 an  das 23. b. Inf. Regiment übergeben. Diese Einheit wurde dann durch eine eigenen ersetzt und am 01.10.1913 wurde dem Regiment die 1. Maschinengewehr Kompanie (vierspännig) zugeteilt.

 

Die Steigerung der Leistungsfähigkeit des 18 Infanterie Regiments wurde dann noch durch die Einführung von Ferngläsern, Signalflaggen und Fahrrädern, vermehrtes Schanzzeug, Zelte, Feldküchen und der Einführung der feldgrauen Uniform erhöht.

Die Beseitigung an allem Bunten und Blinkendem wurde nicht von allen Soldaten begeistert aufgenommen, allerdings verblieben auf Helm (Pickelhaube M/86) und Mütze die deutsche und die bayerische Kokarde.

 

Einige Soldaten und Offiziere traten um die Jahrhundertwende freiwillig in das Ostasiatische Expeditionskorps und in die Kolonialtruppen über.

 

An der heutigen Weissenburger Strasse

 

Im 1. Weltkrieg

  

Mobilmachung und Aufmarsch:

31.07.1914 Verhängung der drohenden Kriegsgefahr

01.08.1914 19:00 Mobilmachungsbefehl

02.08.1914 Erster Mobilmachungstag

Dem Regiment standen nun 5 tage! Zur Verfügung um die Kompanien, Bataillone und Stäbe auf Kriegsstärke zu bringen.

04.08.1914 1. Maschinengewehr Abteilung fährt nach Lothringen zur b. Kavallerie Division und verbleibt dort bis Kriegsende

06.08.1914 die Mobilmachung des Regimentes ist abgeschlossen.

Am Abend wird in der Kaserne,  in der Weißenburger Straße,  das Abschiedsfest gefeiert.

 

 

Abmarsch:

06.08.1914 I. Btl. 18. b. I. R.  spät nachts ab Hauptbahnhof Landau

(Mit Begleitung der Regimentsmusik und vielen Bürgern)

07.08.1914 - II. Btl. 18. b. I. R.  um 09:15

07.08.1914 - III. Btl. 18. b. I. R.  um 12:30

Fahrtstrecke: Zweibrücken, Saarbrücken, St. Avold, Falkenberg in Lothringen (Nähe Metz).

  

 

Einsatz

10.08.1914 Das Regiment rückt in Stellung.

Château-Salins, Amélécourt

11./.12.08.1914 Infanterist Hermann der 7. Kompanie ist der erste Tote des Regiments. Er wurde von einem Kameraden mit dem Feind verwechselt.

13.08.1914 Hauptmann Jägerhuber der 7/18. wird bei einer Erkundung auf Grémecey, nordwestlich von Château-Salins tödlich verwundet. Der erste von vielen Offizieren des Regiments hat sein Leben verloren.

Mörchingen / heute Morhange

Durch die Rücknahme der Front erreichte das Regiment am 18.08.1914 das Einsatzgebiet um Morhange-Racrange (Rakringen) Das Regiment erhielt seine Feuertaufe am 20.08.1914 zusammen mit Badenern und Preußen als die 6. Armee den Angriffsbefehl des Kronprinzen Rupprecht erhielten.

 

Weitere Stationen 1914:

Crévic, Maixe, Übergang über die Meurte, Remenoville 24.08.1914,  Gerbeviller (südöstl. Nancy) 26.08.-10.09.1914 - hier Stellungskämpfe

 

Ablösung 11.-19.09.1914

Moyen, Fraimbois, Mouacourt, Dieuze, Wouisse, Oron hier Eränzung und Ruhe.

An der Somme

19.09.1914 – 23.10.1914

Metz, Luxembourg, Arlon, Templeux-la-Fosse Nördl. St. Quentin

Maricourt26.09.-18.10.1914

164 gefallene darunter 6 Offiziere 1005 Verwundete darunter 13 Offz. 180 Vermisste.

 

Ablösung 19.10.1914

Flandern 24.10.-17.06.1915

Richtung Lille, Longavesnes, Gouy-Sous-Bellonne, Mons-en-Pévelè, 28.10.14 Lille, Hollebeke bei Ypern 30.10.1914.

Zuerst wurde hier der große Durchbruchsversuch gewagt, dann allerdings entwickelte sich der Stelleungskrieg. 
Das Regiment war hier bis zum 17.06.1915 im Einsatz

 

Arras 22.06.1915 - 12.07.1915

Ablösung 13.-19.07.1915

 

Flandern 26.07. - 17.10.1915

Wieder zurück an der Ypernfront bei Hollebeke / St. Eloi, Wijtschate, Messines.

Minen- und Stellungskrieg 18.10.1915 - 26.08.1916

Carvin, Meurchin Am Hohenzollernwerk.

(Info - Die Schlacht um Verdun war von 21.02. bis Nov. 1916) 

Somme 27.08.-20.09.1916

Bapaume, Favreuil, Beugnâtre, Beugny<- ca. 10km von der Front

Gallwitz-Riegel und Below-Riegel Schwerste Stellungskämpfe gegen die Engländer und Franzosen


Winter 1916 / 1917

Stellungskämpfe um Armentieres 21.09.1916 23.03.1917

Einsatz wieder einmal in französisch Flandern westlich von Lille.

Schwere Stellungskämpfe und Artilleriezermürbung auf beiden Seiten.

3 Kriegsweihnacht

 

Ruhetage 24.03.1917. – 09.04.1917
In Hem nordöstlich von Lille   

Frühjahrsschlacht bei Arras 10.-27.04.1917

Hamblain-les-Prés, Pelves

 

Bereitschaft hinter dem Wytschaete Bogen 28.04. – 27.05.1917

Zurück in Hem zur Ruhe

Die Bilder des Kruges
wurden von Willli Limbart
zur Verfügung gestellt.
k.u.w.limbart@arcor.de

 

Messines 28.05. – 11.06.1917

Zurück nach West Flandern nordwestlich von Lille und südlich von Ypern.

Gesamtverlust der Schlacht ca. 1000 Mann.

 

Ruhetage in Lothringen 14.06. – 14.07.1917

In Dörfern um Briey (Nordwestlich Metz) einquartiert

Stellungskämpfe Lothringen 16.08. – 08.10.1917

Abschnitt Chambrey bei Château-Salins.

5 Tote und 22 Verwundete

   

Champagne / Ailette 09.10. – 01.01.1918

Stellungskämpfe südlich Laon bei Presles-et-Boves Nähe Chemin des Dames, Östlich Soissons

Ruhequartiere in Marle 02.01. – 02.02.1918

Südöstlich von St. Quentin

Stellungskamf im Wald von St. Gobain/Picardie

 

Die deutsche Frühjahrsoffensive 1918 / 24. – 31.03.1918

La Fère, Mennessis, Béthancourt-en-Vaux, Grandrû, Bussy, Lagny,

Lassigny nördl. Paris.

Stellungskämpfe um Lassigny 01.04. – 17.05.1918

Ruhe hinter der Front 18. – 29.05.1918

Erneute Kämpfe bei Lassigny 30.05. – 12.06.1918

Zurück bei Lassigny wird das Regiment erneut zum Sturm in Richtung Paris eingesetzt.

 

 

Stellungskämpfe 13.06. - 13.08.1918

Chevincourt/Oise – Thiescourt (Wald)

 

Rückzug 14. – 22.08 1918

Pont-l'Évêque 23.08.1918,

Zustand der Truppe :

Totale Verwahrlosung, Verlausung, Durchfall und Furunkelerkrankungen.

 

Ruhetage: 11.09. – 17. 09.1918

Lothringen und an der Woevre 18.09. – 26.09.1918

Zurück über Mörchingen / heute Morhange, nach Lothringen.

Baudrecourt, Ruhequartiere um Frémery südlich Metz

Letzte Stellungskämpfe bei Metz  27.09. – 13.11.1918

Region östlich von Metz, Noisseville.

Übergang über die Mosel nach Vaux, Doncourt-lès-Conflans, Bruville, Gussainville

Hier Einsatz im Stellungssystem.

 

 

09.11.1918 Angriff der Amerikaner auf die 18er.

12. Kompanie Lt. Schwab erstürmen als letzte Tat im 1. Weltkrieg eine amerikanische Stellung, 

machen 50 Gefangene, 2 Offiziere, erbeuten 6 MG und befreien 3 Kameraden.

 

Rückmarsch 14.11.1918 – 11.12.1918

 

10. Januar 1919 Ende der Demobilmachung

 

18 bayerische Infanterie Regiment - Prinz Ludwig Ferdinand – hat aufgehört zu existieren.  

4042 

Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere starben

 

8990 

Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere wurden verwundet oder gerieten in Gefangenschaft

   

2006 2009

Restauration Prinz Ludwig Ferdinand

Gegenüber der ehemaligen Einfahrt zur 18.er Kaserne


Am Nordende der ehemaligen Kaserne liegt das frühere französische Wohnviertel . 


Überreste der 18er Kaserne in der Weißenburger Straße


Blick entlang der Straße / Blick Nord nach Süd

Liebevoll gestaltet

Reste der 18er Kaserne in der Weißenburger Straße

Nach der Renovierung. Das Tor ist noch original.
Im Inneren: Freie Montessori Schule

Detail

Nach der Renovierung.
Im Inneren: Freie Montessori Schule

Blick nach Westen
'
Blick nach Norden

 

   


 


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April-2009

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