Geschichte der Bayerischen Feldartillerie Batterie 896

 

(Nach Kommandeur Oberleutnant d. R. Erich Hullen, Erlangen)

 

Sie wurde am 03. Dezember 1915 von der 2. Ersatz Abteilung des 12. Feldartillerie Regiments in Landau aufgestellt.

 

Unbespannte Feldartillerie Batterie

8 Krupp Feldgeschütze Modell 1877

Kommandeur: Oberleutnant d. R. Erich Hullen, nach schwerer Verwundung vor Ypern
Etat:

8 Geschütze

2 Lebensmittelwagen

1 Beobachtungswagen

1 Feldküche

124 Unteroffiziere und Mannschaften (Meist Kriegsfreiwillige)

3 Offiziere

1916

Am 24.02.1916 nach Schulschießen in Hammelburg nach Vietz bei Küstrin verlegt.

Hier Ausbildung und Scharfschießen

Dann Abtansport in den Osten

Östlich Wilna bei der 89 Infanterie Division eingesetzt und der Gruppe Spangenberg unterstellt.

Unterkunft: Star Boruny

Stellung bei Kirschina

Mit der Zeit wurden Holzbaracken (Bayernlager)gebaut und Wege angelegt. Sogar eine eigene Richtvorrichtung für die Geschütze wird gebaut und durch den Schlossen am Geschütz eingefügt.

Im Winter mussten die Geschütze ½ tief in die Erde eingegraben werden, was bei einem ½ Meter Schneehöhe durchaus schwierig wurde.

Im Frühjahr werden sogar Gemüsebeete angelegt und eine „Mineralwasserfabrik“ gebaut. Das Produkt der Fabrik wurde Bayernsprudel getauft und fand in der ganzen Division Absatz!

Offizierskurse wurden abgehalten und das Lichtmessverfahren eingeübt.

Im Mai 1916 wurde ein Angriff der Russen erwartet und die Division wurde verstärkt.

Doch der Angriff blieb aus.

Im August 1916 wurde die Batterie und die Division von Generalfeldmarschall Prinz Leopold besichtigt.

Im September 1916 wurde die 89. Infanterie Division verlegt und die Batterie wurde der 16. Landwehr Division unterstellt.

 

1917

Ab Januar 1917 wechselte erhöhte Gefechtstätigkeit mit völligem Schießverbot.

Im Juni 1917 begann eine lebhafte Gefechtstätigkeit, der Kanonier Schott zum Opfer fiel.

Anfang Juli wurden immer mehr russische Batterien gesichtet und es begann die

Abwehrschlacht von Krewo.

19.07.1917

04:00 Beginn des 2tägigen Artilleriefeuers (Spreng- und Gasgranaten) auf die deutschen Stellungen.

Beginn der Infanterievorstöße am 21.07.1917.

Die deutschen Gräben werden genommen und in der Batteriestellung wird der Nahkampf vorbereitet.

Die Batterie eröffnet mit Schrapnell auf 600 Meter das Feuer.

Der russische Vorstoß wird gestoppt und 2 Tage später sind die deutschen Gräben wieder genommen.

Am 24. Juli 17 ist Waffenruhe und die Toten werden geborgen.

Batterieverluste:

Viezewachtmeister Müller

Viezewachtmeister Basedow

Sanitätsunteroffizier Heck

Kanonier Frey

30 Verwundete

 

Am 30. Juli fand eine Parade vor dem deutschen Kaiser statt.

Der Batterieführer erhielt das E.K.I vom Kaiser und der Gefreite Dörge erhielt das E.K.II. Die Batterie erhielt noch ein E.K.I und 12 E.K.II

 

Die Batterie bleibt noch bis Frühjahr 1918 in Russland.

 

1918

Dann Abtransport nach Bitsch (Heute Elsass) und Aufstellung als Infanterie Batterie.

Die als Infanteristen untauglichen werden ausgesondert.

Lt. Münsterer übernimmt die Batterie.

Ausbildung bis Ende September in Jelain bei Valenciennes und Aufstellung als Infanterie Grenadier Batterie 49.

27. September 1918

Die Batterie kommt zur 2. Garde Infanterie Division, Stoßtrupp Bataillon Franz und wird eingesetzt.

Schwere Verluste zeichnen den Weg der Batterie.

Beaurevion, La Sablonnière

 

03.10.1918

Leutnant Münsterer wird schwer verwundet und Leutnant Mayer übernimmt die Führung.

Ein verlassenes Tankgeschütz und eine verlassene Feld Kanone 16 werden gefunden und in Tätigkeit gesetzt.

Hierdurch wird der Infanterie die Möglichkeit gegeben die Bellevue Ferme zu nehmen.

Am Folgetag kann mit Unterstützung von 2 MG ein feindlicher Angriff zurückgeschlagen werden.

Die Batterie wird danach mit zwei E.K. I und 5 E.K. II ausgezeichnet.

Aus Munitionsmangel werden die Geschütze zurückgenommen.

Verluste:

Leutnant Mayer II

Kanonier Knerr

8 Unteroffiziere und Mannschaften wurden verwundet

21. Oktober 1918

Die Batterie erreicht Escalajoux und wird dort an einem Tankgeschütz eingesetzt.

Da die Batterie zum Rückzug gezwungen wird macht sie das Geschütz unbrauchbar.

 

Nach Kriegsende wird die Batterie in Sennelager demobilisiert und in Sonthofen im Allgäu aufgelöst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

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